5. Tag: Ruhetag - Streifzug rund um Monjo
Traumhaft schön ist der morgendliche Blick aus dem Fenster, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Gipfel der Bergkette in ein warmes Gelb tauchen.

Ideal sind bei diesem Trek die Akklimatisationsbedingungen, weil die drei Everest Summit Lodges so günstig liegen, dass die Schlafhöhe nie um mehr als 600 Höhenmeter gesteigert wird.
Außerdem sind Ruhetage gezielt in's Programm eingebaut.
Bei meiner ersten Trekkingtour im Khumbu im Jahr 2001 war das noch ganz anders. Damals führte uns der 1. Tag von Lukla zum nur drei Stunden entfernt gelegenen Phakding, während am 2. Trekkingtag bereits das fünf Stunden entfernte Namche Bazar mit seiner berüchtigten "Steilen Rampe" auf dem Programm stand. Wir mußten also früh erst einmal zwei Stunden bis zum Eingang des Everest Nationalparkes heranlaufen, bevor wir dann den 600 Meter hohen Steilaufschwung nach Namche Bazar in Angriff nehmen konnten. Da wir erst vor einem Tag aus dem Tiefland von Kathmandu angekommen und noch nicht genügend an die Höhe angepasst waren, gab es in unserer Gruppe die ersten Probleme mit der Höhenkrankheit. Für einen war sogar der Besuch im Khumbu beendet, er mußte nach Kathmandu ausgeflogen werden.
Deshalb ist die Lage der 1. Lodge in Monjo ideal gewählt. Der Anmarsch bis zur steilen Rampe von Namche Bazar verkürzt sich wesentlich. Hinzu kommt, dass man zwei Akklimatisationstage in Monjo verbringt, so dass sich der Körper langsam an die Höhe anpassen kann.

Nach dem Frühstück, es gab unter anderem leckeres tibetanisches Fladenbrot mit "Wunsch - Eggs", spazierten wir gemütlich in den Sagarmatha Nationalpark hinein. Sagarmatha, so nennen die Nepali den Mount Everest, mit 8.848 Meter, nach neuesten Messungen sogar 8.850 Meter, der höchste Berg der Welt.
Gleich nach dem Eintritt in den Nationalpark erwarteten uns zwei schwingende Hängebrücken, die, wie auch alle übrigen Brücken im Khumbu, mit tibetischen Fahnen und den "Khatas", den Glücks-Schals aus Seide geschmückt sind. Daneben gibt es oft alte, ziemlich abenteuerliche Brücken. Diese machen aber immer mehr neuen Hängebrücken Platz, die den Talboden weitaus höher überspannen und dadurch weniger anfällig gegenüber Hochwasser sind.
Kazi, der aus "Jorsale" am Eingang zum Everest  Nationalpark stammt, führte uns am Vormittag zu einem "Chamkhang", das ist ein kleines Meditationskloster hoch oben in einer Felsnische. Mit Begeisterung zeigte er uns seine Heimat, hatte viel interessantes zu berichten.
Zum Lemmon  Tea kehrten wir bei Kazis Schwester in einer kleinen gemütlichen Lodge ein. Ihr Ehemann, Ang Dorje Sherpa, war 1978 mit Reinhold Messner im Expeditionsteam, als dieser als Erster den Mt. Everest ohne Sauerstoff bestieg. So konnten wir an diesem Mittag interessante Berggeschichte aus erster Hand hören.

Am Nachmittag waren wir noch herzlich zum Besuch der Grundschule in Monjo eingeladen. Die nepalesischen Kinder werden bereits mit fünf Jahren eingeschult, eine Schulpflicht gibt es aber nicht. Und - die Schüler lernen bereits ab der 1. Klasse Englisch. Den Abend ließen wir bei Himalaya Punsch, das ist Fruchtsaft mit Khukri-Rum, gemütlich ausklingen.

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