4.Tag: Die Everest Summit Lodge Monjo

Die "Everest Summit Lodge Monjo" in 2.850 m Höhe, liegt etwas oberhalb des Dorfes und bietet eine phantastische Aussicht auf die Bergwelt, allem voran dem Sechstausender Tramserku.

Im Frühjahr 2002 wurden in Zusammenarbeit mit dem nepalesischen Veranstalter "International Trekkers" und dem "Summit Club" des Deutschen Alpenvereins drei Komfortlodges im Khumbu eröffnet.
Die wunderschönen Lodges stehen in Monjo, Tashinga und Mende und weisen alle den gleichen Baustil auf.
Die großen, dreiflügeligen Anlagen im Sherpastil sind aus heimischen Materialien, nämlich Granit und Holz, gebaut. Fensterumrandungen und Holzpfeiler sind bunt mit Lotosblüten, Wolken und Rädern bemalt. Sogar die Zimmertüren tragen bunte Verzierungen.

Jede Lodge besitzt 22 Zweibettzimmer mit eigener Dusche und Toilette. Die Zimmer sind mit viel Holz ausgestattet. Die Betten, mit dickem Federbett, sind weiß bezogen, auch die Handtücher sind weiß. Das stimmt einen doch etwas nachdenklich, denn im Khumbu gibt es keine Waschmaschinen, alles wird noch mit der Hand gewaschen. Da die Trekker nur in kurzen Zeiträumen hier logieren, in der Regel 2 bis 3 Tage, haben die fleißigen Zimmermädchen viel zu tun.
Der Strom kommt aus Solaranlagen und auch das Duschwasser in den blinkenden Behältern auf dem Dach wird von der Sonne erhitzt.
Die Abwässer klärt ein Dreikammersystem und die Reststoffe wandern als Dünger auf die Felder.
Vor der Lodge befindet sich eine Sonnenterrasse mit gemütlichen Korbsesseln, die wegen der spektakulären Bergsicht sofort zum Lieblingsplatz aller Trekker auserkoren wurde.

Jede Lodge hat ihren Garten mit einem kleinen Gewächshaus. Tomaten, Erbsen, Bohnen und Gurken - Gemüse, das bisher nur im Tiefland wuchs, wird hier herangezüchtet.
So komfortabel konnte man bisher nicht in Everestnähe vordringen, wir sind begeistert. Bereits jetzt gibt es Interessenten aus der ganzen Welt für diese einzigartigen drei Komfortlodges im Khumbu.

Als wir die steilen Stufen zur Lodge emporstiegen, empfingen uns freundlich lächelnde Hausarbeiter mit einem schüchternen "Namaste"!
Während unser Gepäck auf die Zimmer verteilt wurde, lud im Aufenthaltsraum eine frisch gedeckte Kaffeetafel zu Tee und selbstgebackenem Kuchen ein. Wir wurden auf's herzlichste vom Lodge-Personal, alle in Landestracht, begrüßt. Nach der Teepause wurden uns die Zimmerschlüssel übergeben und wir machten uns neugierig auf den Weg.
Unser Zimmer mit der Nr. 29 war wohl ein Glücksfall, denn es war wesentlich geräumiger, als die anderen Zimmer. Sehr gemütlich, aber das Beste daran war wohl doch das Bad. Nicht einmal so sehr die Dusche, sondern die Toilette.
Vor zwei Jahren, beim normalen Lodge-Trekking, hatte ich ganz andere Erfahrungen gemacht, die sich letztendlich auch auf das Wohlbefinden auswirkten. Auf das Waschwasser kann man notfalls verzichten, auf die Toilette nicht. Nun muß man wissen, dass in den Lodges im Khumbu die Toiletten aus hygienischen Gründen sich nicht im Haus, sondern möglichst weit entfernt davon, liegen. Das bedeutete, sich nachts aus dem Schlafsack quälen, mindestens Schuhe anziehen, Stirnlampe aufsetzen und sich auf den Weg machen.
Spätestens auf der Toilette war man dann endlich munter. Da man aber aus Akklimatisationsgründen viel trinken soll, wiederholte sich so ein nächtlicher Toilettengang bis zu dreimal. Dementsprechend unausgeschlafen wachte man am nächsten Morgen auf. Wecken ist in der Regel, egal ob Lodge oder Komfortlodge, auf 6.30 Uhr festgesetzt.
Und nun gab es sogar für jedes Zimmer ein Bad, Luxus pur am Himalaya, mehr Komfort kann man nicht erwarten.
Da, wie schon erwähnt, das Wasser per Solaranlage aufgeheizt wird, spielt natürlich die Sonne die zentrale Rolle. Schönes Wetter - heiße Dusche , schlechtes Wetter - lauwarmes Wasser! Wir hatten großes Glück - 16 Tage Sonnenschein.
Zu erwähnen wäre noch, dass die Zimmer in Monjo und Tashinga gegen Abend schnell auskühlten. Deshalb wurden Kerosinöfen bereitgestellt. Der Geruch, der aber von diesen Öfen ausging, ließ uns dann doch auf die Wärme verzichten. Dafür konnte man aber für die Nacht eine heißgefüllte Wärmeflasche bestellen! Übrigens, in Mende kann man sich wegen der Nähe zum Kleinkraftwasserwerk auf wohlige Wärme in Form von Zentralheizung freuen.
Während wir uns im Aufenthaltsraum um den gemütlichen Kanonenofen, der am späten Nachmittag tüchtig eingeheizt wird, bei "San-Miguel-Bier" versammelten, um die Tageseindrücke Revue passieren zu lassen, war die Küche schon aktiv. Mangold, Reis, Momos, Hähnchen und Pommes Frites dufteten verführerisch vom Büffett, während die Tische festlich mit Kerzen und Stoffservietten für das Dinner gedeckt wurden. Das Essen in allen drei Lodges war einfach köstlich. Es wurde nepalesisch, tibetisch und buthanesisch gekocht. Immer bekömmlich, immer nach höchstem Hygienestandard, immer vorzüglich.

In allen drei Summit Lodges war die gesamte Mannschaft sehr freundlich. Immer lächelnd, zurückhaltend, aber aufmerksam und unglaublich bemüht.
Nach dem Abendbrot war "Fröhliches Beisammensein" mit unseren Guides, ihren Begleitern und dem gesamten Personal angesagt. Am meisten begeisterte uns die junge Dame mit dem roten Kopftuch, die sich erst bei genauerem Hinsehen als unser Koch entpuppte.

Ein langer, erlebnisreicher schöner Tag neigte sich dem Ende.
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