| 14. Tag: Aufstieg zur Taboche Alm in 4380 m Höhe |
| Morgens, 6 Uhr. Leise klingt von draußen das Klappern des Blechgeschirrs aus der Küchenecke. Die fleißige
Küchenmannschaft ist für uns schon aktiv. Es muß eine ziemlich kalte Nacht gewesen sein. Rauhreif hängt im Zeltinneren von der niedergedrückten Decke herab und wenn man den Kopf anhebt, rieselt der Schnee auf Nasenspitze und Mütze. Mehr schaut aus dem Schlafsack sowieso nicht heraus. Es kostet einige Überwindung, sich aus der wärmenden Hülle zu schälen. Ein Glück, dass wir mit "Early Morning Tea", welcher uns von einem Sherpa vor dem Zelt serviert wird, geweckt werden. Die Morgentoilette reduziert sich angesichts der Temperaturen auf das Notwendigste. Wir nutzen natürlich das Wasser aus unserer Trinkflasche, die uns gestern Abend als Bettflasche so gute Dienste geleistet hatte. |
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Draußen empfängt uns ein wolkenloser, strahlend blauer Himmel. Die Berge begrüßen uns majestätisch. Wir freuen uns
auf den Tag, denn heute liegt der schönste Höhenweg des Everestgebietes auf unserem Weg nach Pangpoche vor uns. Die Sherpanis haben bereits unsere Yaks mit Heu versorgt, welches sie in Säcken auf dem Trek mitführen. Während die Yaks friedlich grasen, trampeln wir mit unseren heißen Teetassen von einem Bein auf das andere und warten sehnsüchtig darauf, dass die Sonne endlich hinter den Bergen hervorkriecht und uns erwärmt. Auf der Mauereinfriedung sitzen Kinder und beobachten neugierig unsere morgendlichen Aktivitäten. Nach dem Frühstück ging es zuerst bis zur, wieder bunt mit tibetischen Gebetsfahnen geschmückten, Brücke über den tief eingeschnittenen Imja Kosi nach Pangpoche. Dieser Panoramaweg gehörte bereits im Jahre 2001 zu meinen absoluten Favoriten. Er ist von alten Tschörten gesäumt und bietet einen traumhaften Blick auf die Himalaya-Bergwelt. Das Khumbu gilt mit Recht als das schönste Trekkinggebiet der Welt. Mount Everest bei jedem Schritt vor sich, rechts die formschöne Ama Dablam und hinter sich die blinkenden goldenen Dächer des Gelupka Klosters im Sonnenschein - da fiel einem der Anstieg nach Pangpoche in 4.000 m Höhe nicht schwer. |
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| Es ist 10 Uhr und die Sonne wärmt uns schon angenehm, wir können bereits im T-Shirt laufen. Anorak, Mütze,
Schal und Handschuhe, die wir noch vor einer Stunde so dringend benötigten, sind bereits im Rucksack verstaut. Ein Wermutstropfen fällt auf den heutigen Tag. Aus unserer Trekkinggruppe erleidet einer einen Schwächeanfall und muß mit zwei unserer Guides nach Tashinga zurückgebracht werden. Kazi führt uns allein weiter. Diese Berge lassen nicht jeden zu sich! |
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| Pangpoche, das kleine Sherpadorf ist erreicht. In Dorfnähe nehmen die Feldeinfriedungen aus Stein zu. Vereinzelt grasen Yaks, gehen die Frauen ihrer Feldarbeit nach, gedeiht das Gemüse prächtig. Ein friedlicher Anblick. |
| "Würde man die Entwicklung Nepals an der Zahl der höchsten Berge messen, an der Menge des von den Himalaya-Flüssen geführten Wassers, an der Freundlichkeit und Toleranz der Menschen, so gebührte Nepal einer der ersten Plätze unter allen Ländern auf unserer Erde." |
| Diesen zutreffenden Spruch habe ich dem Kalender 2003 "Mythos Nepal" entnommen! |
| Pangpoche empfängt uns mit der ältesten Gompa im Khumbu. Sie ist 350 Jahre alt. Riesige Gebetsmühlen luden zum Drehen ein. |
| Am späten Nachmittag ist nach langem Anstieg endlich unser Zeltlager in knapp 4.400 m Höhe auf der einsam schön gelegenen Taboche Alm erreicht. Es bot von allen Zeltplätzen die spektakulärste Sicht. Wenn die Spitze der Ama Dablam aus den Wolken hervorlugte, war das ein Anblick, den man so schnell nicht vergißt. |
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